Christiane Oelze

Diskografie

Aribert Reimann: Lied-Transkriptionen
Christiane Oelze, Leipziger Streichquartett
Label: MDG 2015
Bestellnummer: 8390469

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"Eines der großen Verdienste von Aribert Reimann ist, das lange Zeit von der Avantgarde stigmatisierte Lied ins 21. Jahrhundert getragen zu haben. Neben der umfangreichen Produktion eigener Lieder hat Reimann auch zahlreiche Liedzyklen des 19. Jahrhunderts bearbeitet, meist für Gesang und Streichquartett. Wie vielfältig dies geschehen ist, verdeutlicht diese Veröffentlichung mit einer wunderbaren Christiane Oelze und dem Leipziger Streichquartett, das sich wie ein guter 'Liedbegleiter' jeder vordergründigen Expressivität enthält. ...

Zeigt sich Christiane Oelzes lyrischer Sopran in den Heine-Lieder noch gelegentlich etwas schwankend, werden die 'Fünf Ophelia-Lieder' von Brahms mit einer geradezu berückend schlichten Eindringlichkeit präsentiert, die jedem Belcanto-Manierismus entsagt, was sich perfekt in den geradezu engelsgleichen Streichquartettsatz fügt, mit der Reimann Brahms' fragmentarische Shakespeare-Adaptionen versehen hat. Ganz besonders gelungen: Die Sechs Gesänge op. 107 von Robert Schumann, die Schumanns ambivalente Gemütszustände mit entsprechender Melancholie nachspüren, wobei Oelze auch hier unnötige Dramatik vollkommen vermeidet. (Dirk Wieschollek, FonoForum, Januar 2016)


" ... Lieder von Mendelssohn ..., Brahms ... und Schumann ... - so what, möchte man auf Anhieb fragen, das ist doch der traditionelle romantische Liedabend. Ja schon, aber in einer entscheidenden Neukonzeption: Der pianistische Begleitpart wurde von Aribert Reimann für Streichquartett ... umgeschrieben und teils auch bearbeitet. Damit verändert sich der Charakter dieser Lieder, deren singstimme unangetastet blieb, grundlegend. Sie werden beleuchtet aus der Klangperspektive einer radkalen Moderne ...Tatsächlich kann Reimanns Bearbeitung vergessen machen, dass der instrumentale Teil ursprünglich vom Klavier versehen wurde, so pointiert und fantasievoll wird hier die spezifische Streicheridiomatik zur Anwendung gebracht ... Ein Lied wie 'Auf den Flügeln des Gesanges' gewinnt dadurch eine ganz neue, irgendwie magische Aura. Das darf produktive Rezeption auf höchstem Niveau genannt werden ... Oelze überzeugt, von den Leipzigern einfühlsam und intensiv begleitet, mit einem sehr natürlichen, unprätentiösen, mädchenhaften, stark der vertonten Sprache verpflichteten Tonfall und leicht angesetzten Höhen, unterschlägt auch nicht den Quasi-Volksliedcharakter gerade der Mendelssohn-Lieder. Insgesamt präsentiert sie sich auf der Höhe ihrer Möglichkeiten. So wird diese Aufnahme unter den Gesichtspunkten des Inhalts wie der Interpretation zu einem echten Treffer." (Markus Schwering, Kölner Stadt-Anzeiger, 26. November 2015)

Oelze erhält Schallplattenpreis 2015

Für ihre Einspielung von Gustav Mahlers Symphonie Nr. 4 in G-Dur (bearbeitet für Kammerensemble von Erwin Stein) haben Christiane Oelze und das Festival Ensemble Spannungen den Sonderpreis des Internationalen Schallplattenpreises 2015 erhalten.

Gustav Mahler Musikwochen Toblach 2015
Internationaler Schallplattenpreis
"Toblacher Komponierhäuschen 2015"




Gustav Mahler: Symphonie Nr. 4 G-Dur (bearbeitet für Kammerensemble von Erwin Stein)
Christiane Oelze, Sopran
Festival Ensemble Spannungen
Label: AVI-Music 8553334/ harmonia mundi (CD)

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"Gerade Kenner der Materie werden in der überaus prägnanten, lupenrein intonierten, kakanisch kecken und lustvollen Interpretation des prominent besetzten (...) Ensembles und dem frischen Sopran von Christiane Oelze einige Überraschungen erleben – vor allem im Bezug auf Mahlers raffinierte Polyphonie, die jetzt wie auf einem Präsentierteller trennscharf heraustritt." (stereoplay, September 2015)

"Die CD bietet den sehr direkten und lebendig aufgenommenen Mitschnitt des Konzerts, der einige Überraschungen birgt: die feine Dynamik, die klare Instrumentierung und die Volksmusik-Elemente, die hier besonders gut zur Geltung kommen. (...) Die Solisten überzeugen mit Genauigkeit und Spielfreude: ein Mahler unter dem Röntgenschirm." (Audio, September 2015)

"Gustav Mahler bezeichnete seine Vierte als "symphonische Humoreske" und sprach von "der Heiterkeit einer höheren, und fremden Welt, die für uns etwas Schauerlich-Grauenvolles hat". Davon ist in heutigen Aufführungen freilich kaum noch was zu spüren, da Mahler längst zu einem "Klassiker" glattgebügelt wurde. Im Juni 2014 hat ein bunt zusammengewürfeltes Ensemble unter Leitung von Christian Tetzlaff im Rahmen des deutschen Musik-Festivals "Spannungen" den ursprünglichen Geist des Werks in einem Salonorchester-Arrangement von Erwin Stein glänzend wiederbelebt. Diese 1921 angefertigte Kammerversion für 12 Instrumentalisten sollte die von großen Orchestern damals verschmähte Musik einem Kreis von Enthusiasten wenigstens in abgespeckter Form zugänglich machen. Kenner der Materie werden in der überaus prägnanten, kakanisch-kecken und lustvollen Live-Aufführung des prominent besetzten Festival-Ensembles einige Überraschungen erleben – vor allem im Bezug auf Mahlers raffinierte Polyphonie, die jetzt wie auf einem Präsentierteller trennscharf heraustritt. So hört man im zweiten Satz hier wirklich einmal „Freund Hein zum Tanz aufspielen“, und auch im rätselhaften Liedfinale hält sich Christiane Oelze genau an Mahlers Vorschrift, einen "kindlich heiteren Ausdruck" zu wahren. Man spürt hier endlich einmal den subversiven Subtext der doppelbödigen Symphonie." (Tochlacher Schallplattenpreis 2015)

"Klang verkleinert, Intensität vergrößert: In dieser Einspielung der Vierten Mahler in der Kammerversion von Erwin Stein knirscht es im Gebälk und es gibt mehr schräge Klange, mehr Ironie, mehr Fratzen, mehr Dämonie, mehr Doppelbödigkeit als in vielen Orchesterversionen, die ich kenne.
Vor allem aber ist das Kammerensemble de facto als solches zu identifizieren. Wie oft schon haben wir bedauert, dass die Tontechniker den Kammerklang dieser Bearbeitung symphonisch aufgeblasen und damit Steins Idee ad absurdum geführt hatten. Das ist hier nicht der Fall, die Instrumente sind im kleinen Ensemble solistisch hörbar, nicht nur, weil der Toningenieur beim Livekonzert in der Hydroelektrischen Zentrale in Heimbach ein perfektes Klangbild besorgt hat, sondern weil zu diesen Solisten herausragende Musiker gehören wie Christian und Tanja Tetzlaff, Alois Posch, Mario Häring und Sharon Kam, die zusammen mit den übrigen Instrumentalisten des Ensembles ‘Spannungen’ Mahlers Gefühlswelt mit dem Seziermesser ausschälen. Der Putz bröckelt so überall ab und Mahlers zappelnde Musik verliert endgültig ihre Unschuld. In diesem Umfeld wird die Himmelssonne zum flirrenden Neonlicht, Christiane Oelzes Gesang frisst den letzten Sauerstoff auf und plötzlich gibt es nur bleiche Beklommenheit. Der Nachhall der Musik kratzt wie Sand im Ohr…" (pizzicato, Remy Franck's Journal 2015)




Richard Strauss: Lieder
Christiane Oelze, Sopran
Eric Schneider, Klavier
Label: Solo Musica SM 183

Details der Aufnahme
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"... Es ist fast unglaublich, wie farbenreich diese Stücke werden, wenn Christiane Oelze es angeht sie zu singen. Oelze hat sich mit den Richard Strauss Liedern ein Repertoire ausgesucht, das wie geschaffen für ihre wunderbar tönende Stimme und ihre vitale Künstlerpersönlichkeit scheint ..."

"... Melodische Feinzeichnung, vokales Ebenmaß und natürlicher, entspannter Ausdruck wirken wie der Gruß aus einem ,'Reich, wo alles rein ist'." (FONO FORUM, Juli 2013)


"... die beiden Interpreten harmonieren aufs Schönste, somit stellt sich beim Anhören dieser CD schnell jenes ominöses Strauss-Feeling ein, das einen auch bei seinen Bühnenwerken überkommt - man kann sich dem Sog seiner Musik nicht entziehen. Christiane Oelze hat die richtige Stimme dazu: groß im Ausdruck, strahlend und nie hart in der Höhe, souverän in der Gestaltung sowohl der weit ausschwingenden Melodiebögen als auch der einschmeichelnden Kleinfigurationen ..."



Weitere Einspielungen (Auswahl)